Ich brauche keine komplizierte Choreogra ...

Ich brauche keine komplizierte Choreografie, um eine anspruchsvolle Pilatesklasse zu unter

Oct 14, 2026

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Choreografie gehört zu Pilates.

Auch im klassischen Pilates.

Die Reihenfolge der Übungen, die Übergänge, der Rhythmus und das Tempo sind Teil des Systems.

Im klassischen Pilates entsteht der Flow aus dem System selbst.

Die Übungen haben eine bestimmte Ordnung.
Die Übergänge haben einen Sinn.
Das Tempo verändert die Anforderung.
Und der Körper gibt den Rhythmus vor.

Du musst nicht ständig etwas Neues erfinden, damit eine Klasse interessant wird.

Im Gegenteil.

Je besser du die Übungen verstehst und beherrschst, desto mehr kannst du innerhalb einer klaren Struktur arbeiten.

Und genau hier wird es für mich interessant:

Wann wird Choreografie zum Selbstzweck?

Wenn die nächste Übung vor allem deshalb kommt, weil der Übergang spektakulär aussieht.

Wenn ständig neue Kombinationen gebaut werden.

Wenn fünf verschiedene Props gebraucht werden.

Wenn aus einer einfachen Pilatesübung plötzlich eine kleine Akrobatiknummer wird.

Wenn die Teilnehmer mehr darüber nachdenken müssen, was als Nächstes kommt, als darüber, was sie gerade mit ihrem Körper machen.

Dann läuft etwas falsch.

Denn Flow ist nicht das Ziel.

Flow ist das Ergebnis von Kontrolle.

Wenn jemand eine Übung technisch nicht beherrscht, wird sie durch einen komplizierten Übergang nicht besser.

Und ein schöner Übergang macht eine schlechte Ausführung nicht zu Pilates.

Gerade im Gruppenunterricht ist das wichtig.

Du hast unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Voraussetzungen.

Der eine kennt die Übungen seit Jahren.

Die andere macht gerade ihre erste Stunde.

Einer braucht eine einfachere Variante.

Eine andere kann die Übung bereits anspruchsvoller ausführen.

Wenn du eine komplizierte Choreografie vorgibst, müssen irgendwann alle versuchen, irgendwie hinterherzukommen.

Und dann passiert schnell etwas:

Die Konzentration geht weg von der Bewegung.

Der Kopf versucht nur noch, sich die Reihenfolge zu merken.

„Was kommt jetzt?“

Und genau da verliert Pilates einen Teil dessen, worum es eigentlich geht.

Ich brauche keine komplizierte Choreografie, um eine anspruchsvolle Pilatesklasse zu unterrichten.

Ich kann eine einfache Übung nehmen und sie wirklich gut unterrichten.

Ich kann das Tempo verändern.

Den Widerstand verändern.

Den Hebel verändern.

Den Bewegungsumfang verändern.

Präziser werden.

Weniger Pausen machen.

Mehr Kontrolle verlangen.

Oder einfach dieselbe Übung noch einmal machen.

Denn eine Übung wird nicht dadurch anspruchsvoll, dass sie kompliziert aussieht.

Oft wird sie schwieriger, je besser du sie ausführst.

Natürlich darf Pilates kreativ sein.

Natürlich darf eine Klasse fließen.

Natürlich darf Bewegung schön aussehen.

Aber für mich kommt zuerst die Frage:

Was soll der Körper hier eigentlich lernen?

Und erst danach:

Wie kann ich daraus eine interessante Klasse machen?

Nicht umgekehrt.

Ich möchte, dass meine Teilnehmer nach einer Stunde nicht sagen:

„Wow, was für eine komplizierte Choreografie.“

Sondern:

„Ich habe meinen Körper heute wirklich gespürt.“

Das ist für mich Pilates.

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