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Drei Wochen iterative Entwicklung
Vor drei Wochen sind wir mit einer ersten Version unseres E-Collecting Pilots am Eröffnugnsevent der Bundeskanzlei live gegangen. Damals haben wir in Bern beim Prototyping Lunch die allerersten Unterschriften und Feedbacks gesammelt — noch im kleinen Rahmen, aber mit dem Ziel, direkt Antworten zu erhalten. Seither haben wir intensiv getestet, nachjustiert und neue Features umgesetzt. Iterativ, Schritt für Schritt, immer wertstiftend, so wie es sich für ein echtes Minimum Viable Product (MVP) gehört.
MVP — mehr als nur ein Prototyp
Schon am Eröffnungsevent kam das Thema MVP auf — unter anderem in einem Beitrag von Nationalrat Gerhard Andrey und Moderator Christian Follini. Follini erinnerte daran, dass das Konzept des MVP wohl in Bern noch unterschätzt wird und im politischen Kontext nicht einfach „irgendein schneller Prototyp” sein darf. Es braucht Sicherheit, Vertraulichkeit, Barrierefreiheit und Mehrsprachigkeit — sonst fehlt das Fundament für Vertrauen.
Gleichzeitig erwähnte Gerhard Andrey: Ein MVP ist immer auch eine Verhandlung.
Und nichtsdestotrotz ein Minimum-Viable-Product, das verhandelt sich und das kann man herunterhandeln, weil es ist dann eine Frage, welches Spektrum wir da tatsächlich abdecken müssen. (Gerhard Andrey — Eröffnungsevent E-Collecting der Bundeskanzlei)
Du kannst den Ausschnitt zum MVP hier noch einmal nachschauen. Zufall, dass der Ausschnitt zu MVP bei 1337 beginnt? https://youtu.be/WGUTi2jSaYw?feature=shared&t=1337
Die zentrale Frage für mich lautet in diesem Fall:
Welche Hypothese wollen wir testen und welches Feedback wollen wir jetzt schon einholen? Alles andere kann und soll in späteren Iterationen folgen.
Von Feedback zu Features
In den vergangenen drei Wochen haben wir genau so gearbeitet: Wir haben Rückmeldungen aus dem User-Testing und dem Eröffnungsevent (Barrierefreiheit und Mehrsprachigkeit) in Bern aufgenommen und in unserem Repository dokumentiert. Daraus sind konkrete Schritte entstanden:
Mehrsprachigkeit: Dank Claude Code Agents haben wir die Plattform nach und nach übersetzt. Das ist sicherlich ein wichtiger Punkte für eine Lösung in der Schweiz. Unsere fleissigsten Mitarbeitenden arbeiten zwar schnell, bewertest du ihre Arbeit?
Hast du 5 Minuten Zeit für Feedback zur Übersetzung? Die Credits für unsere Agents haben uns etwas gekostet — zahlst du uns einen Kaffee?
Barrierefreiheit: Schon in einem anderen Blog Post habe ich erklärt, wie ich mit Agents das Resultat des Lighthouse Screos von 85 auf 100 Punkten verbessert habe. Was fehlte war noch ein richtiger Test mit Menschen. Das haben wir in der aktuellen Version nachgeholt.
Design-Standards: Mit dem Swiss Design System des Bundes und dem Storybook von Basel-Stadt haben wir unsere Oberfläche getestet. Schlussendlich hat der Figma MCP Server ermöglicht, dass Swiss Design System nahtlos in unseren Piloten zu übernehmen. (Figma Help Artikel)
Feature-Roadmap: Wir haben den ganzen Entwicklungsprozess und Features im Repository dokumentiert und eine Roadmap erstellt. Die Prioritäten ergeben sich dabei aus den Feedbacks von Morgen im Bundeshaus und dem kommenden Hackathon der Bundeskanzlei.
Swiss Design System und das Figma File
Kanton Basel-Stadt Storybook Kanton Basel-Stadt
👉 Ihr dürft gerne weitere Punkte zur aktuellen Version melden — wir sind gespannt auf eure Inputs!
Die nächsten Features
Schritt für Schritt gehen wir nun unser Konzept von “How low can we go” durch — bis wir eine sichere und datensparsame Lösung haben. Dabei haben wir folgende Themen bereits vorgesehen und suchen Hilfe bei der Umsetzung:
Barrierefreiheit als Priorität
Einfache und Leichte Sprache: Expertise gesucht!
Gebärdensprache: Wer kann uns dabei helfen?
Web Sustainability Guidelines: Auch Nachhaltigkeit gehört zur Zugänglichkeit
Systemische Verbesserungen
Einheitliches Verzeichnis für Volksbegehren: Statt dass jede Gemeinde manuell erfasst, ein schweizweites, interoperables System
Öffentliche Statistik: Transparenz statt Kontrollfunktion durch Komitees
Rückmeldung an Komitees: Wenn QR-Codes auf Unterschriftenbogen funktionieren, müssen Komitees wissen, wer unterschrieben hat
Opt-out für Papierprozess: Nach dem Unterschriften-Bschiss sollte E-Collecting ermöglichen, sich vom analogen Weg abzumelden — etwas das auch schon am Eröffnungsevent besprochen wurde.
Wir brauchen eure Unterstützung
Der Pilot verschlingt Geld — Geld, das wir als gemeinnütziger Verein nicht haben. Während etablierte Sammelfirmen trotz Problemen weiter operieren, entwickeln wir die Lösung ehrenamtlich.
Unterstützt ihr uns mit einem Kaffee oder einem Abo?
Der Verein Digital Democracy Hub Schweiz gestaltet die Zukunft der direkten Demokratie in der Schweiz — digital unterstützt, barrierefrei und vertrauenswürdig. Ab 2026 ermöglichen wir mit E-Collecting allen Menschen, Volksbegehren sicher und einfach zu unterzeichnen — auf der Strasse wie im Netz. Dabei stärken wir das Vertrauen in demokratische Prozesse und schaffen eine inklusive Teilhabe für alle.
Morgen im Bundeshaus, übermorgen in der Schweiz
Während ich das schreibe, bereiten wir uns auf unsere Demo morgen im Bundeshaus vor. Parlamentarier:innen werden unseren Pilot in der Wandelhalle testen und erleben, was in drei Wochen intensiver, iterativer Entwicklung möglich ist. Sie werden sehen, wie digitale Demokratie funktionieren kann — sicher, transparent und ohne die Probleme, über die heute berichtet wird.
Das ist kein Zufall. Das ist die Zukunft.
Danke für euer Vertrauen in unsere Arbeit. Gemeinsam machen wir die Schweizer Demokratie fit für das digitale Zeitalter — einen Schritt nach dem anderen.
