Buddenbrooks ~ Thomas Mann (1902) ~ Engl ...

Buddenbrooks ~ Thomas Mann (1902) ~ English & Deutsch

Aug 16, 2025

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CHAPTER VII

The general merriment had now reached its height. Herr Köppen felt a great need to unfasten a few buttons of his waistcoat; but it obviously wouldn’t do, for not even the elderly gentlemen were permitting themselves the liberty. Lebrecht Kröger sat up as straight as he did at the beginning; Pastor Wunderlich’s face was as pale as ever, his manner as correct. The elder Buddenbrook had indeed sat back a little in his chair, but he maintained perfect decorum. There was only Justus Kröger—he was plainly a little overtaken.

But where was Dr. Grabow? The butter, cheese and fruit had just been handed round; and the Frau Consul rose from her chair and unobtrusively followed the waitress from the room; for the Doctor, Mamsell Jungmann, and Christian were no longer in their places, and a smothered wail was proceeding from the hall. There in the dim light, little Christian was half-lying, half-crouching on the round settee that encircled the central pillar. He was uttering heart-breaking groans. Ida and the Doctor stood beside him.

“Oh dear, oh dear,” said she, “the poor child is very bad!”

“I’m ill, Mamma, damned ill,” whimpered Christian, his little deep-set eyes darting back and forth, and his big nose looking bigger than ever. The “damned” came out in a tone of utter despair; but the Frau Consul said: “If we use such words, God will punish us by making us suffer still more!”

Doctor Grabow felt the lad’s pulse. His kindly face grew longer and gentler.

“It’s nothing much, Frau Consul,” he reassured her. “A touch of indigestion.” He prescribed in his best bed-side manner: “Better put him to bed and give him a Dover powder—perhaps a cup of camomile tea, to bring out the perspiration.... And a rigorous diet, you know, Frau Consul. A little pigeon, a little French bread....”

“I don’t want any pigeon,” bellowed Christian angrily. “I don’t want to eat anything, ever any more. I’m ill, I tell you, damned ill!” The fervour with which he uttered the bad word seemed to bring him relief.

Doctor Grabow smiled to himself—a thoughtful, almost a melancholy smile. He would soon eat again, this young man. He would do as the rest of the world did—his father, and all their relatives and friends: he would lead a sedentary life and eat four good, rich, satisfying meals a day. Well, God bless us all! He, Friedrich Grabow, was not the man to upset the habits of these prosperous, comfortable tradesmen and their families. He would come when he was sent for, prescribe a few days’ diet—a little pigeon, a slice of French bread—yes, yes, and assure the family that it was nothing serious this time. Young as he was, he had held the head of many an honest burgher who had eaten his last joint of smoked meat, his last stuffed turkey, and, whether overtaken unaware in his counting-house or after a brief illness in his solid old four-poster, had commended his soul to God. Then it was called paralysis, a “stroke,” a sudden death. And he, Friedrich Grabow, could have predicted it, on all of these occasions when it was “nothing serious this time”—or perhaps at the times when he had not even been summoned, when there had only been a slight giddiness after luncheon. Well, God bless us all! He, Friedrich Grabow, was not the man to despise a roast turkey himself. That ham with onion sauce had been delicious, hang it! And the Plettenpudding, when they were already stuffed full—macaroons, raspberries, custard.... “A rigorous diet, Frau Consul, as I say. A little pigeon, a little French bread....”

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Siebentes Kapitel

Die allgemeine Munterkeit hatte nun ihren Gipfel erreicht, und Herr Köppen verspürte das deutliche Bedürfnis, ein paar Knöpfe seiner Weste zu öffnen; aber das ging wohl leider nicht an, denn nicht einmal die alten Herren erlaubten sich dergleichen. Lebrecht Kröger saß noch genau so aufrecht an seinem Platze, wie zu Beginn der Mahlzeit, Pastor Wunderlich blieb weiß und formgewandt, der alte Buddenbrook hatte sich zwar ein bißchen zurückgelegt, wahrte aber den feinsten Anstand, und nur Justus Kröger war ersichtlich ein wenig betrunken.

Wo war Doktor Grabow? Die Konsulin erhob sich ganz unauffällig und ging davon, denn dort unten waren die Plätze von Mamsell Jungmann, Doktor Grabow und Christian freigeworden, und aus der Säulenhalle klang es beinahe wie unterdrücktes Jammern. Sie verließ schnell hinter dem Folgmädchen, das Butter, Käse und Früchte serviert hatte, den Saal – und wahrhaftig, dort im Halbdunkel, auf der runden Polsterbank, die sich um die mittlere Säule zog, saß, lag oder kauerte der kleine Christian und ächzte leise und herzbrechend.

»Ach Gott, Madamchen!« sagte Ida, die mit dem Doktor bei ihm stand, »Christian, dem Jungchen, ist gar so schlecht …«

»Mir ist übel, Mama, mir ist verdammt übel!« wimmerte Christian, während seine runden tiefliegenden Augen über der allzugroßen Nase unruhig hin und her gingen. Er hatte das »verdammt« nur aus übergroßer Verzweiflung hervorgestoßen, die Konsulin aber sagte:

»Wenn wir solche Worte gebrauchen, straft uns der liebe Gott mit noch größerer Übelkeit!«

Doktor Grabow fühlte den Puls; sein gutes Gesicht schien noch länger und milder geworden zu sein.

»Eine kleine Indigestion … nichts von Bedeutung, – Frau Konsulin!« tröstete er. Und dann fuhr er in seinem langsamen, pedantischen Amtstone fort: »Es dürfte das beste sein, ihn zu Bette zu bringen … ein bißchen Kinderpulver, vielleicht ein Täßchen Kamillentee zum Transpirieren … Und strenge Diät, – Frau Konsulin? Wie gesagt, strenge Diät. Ein wenig Taube, – ein wenig Franzbrot …«

»Ich will keine Taube!« rief Christian außer sich. »Ich will nie–mals wieder etwas essen! Mir ist übel, mir ist verdammt übel!« Das starke Wort schien ihm geradezu Linderung zu bereiten, mit solcher Inbrunst stieß er es hervor.

Doktor Grabow lächelte vor sich hin, mit einem nachsichtigen und beinahe etwas schwermütigem Lächeln. Oh, er würde schon wieder essen, der junge Mann! Er würde leben wie alle Welt. Er würde, wie seine Väter, Verwandten und Bekannten, seine Tage sitzend verbringen und viermal inzwischen so ausgesucht schwere und gute Dinge verzehren … Nun, Gott befohlen! Er, Friedrich Grabow, war nicht derjenige, welcher die Lebensgewohnheiten aller dieser braven, wohlhabenden und behaglichen Kaufmannsfamilien umstürzen würde. Er würde kommen, wenn er gerufen würde, und für einen oder zwei Tage strenge Diät empfehlen, – ein wenig Taube, ein Scheibchen Franzbrot … ja, ja – und mit gutem Gewissen versichern, daß es für diesmal nichts zu bedeuten habe. Er hatte, so jung er war, die Hand manches wackeren Bürgers in der seinen gehalten, der seine letzte Keule Rauchfleisch, seinen letzten gefüllten Puter verzehrt hatte und, sei es plötzlich und überrascht in seinem Kontorsessel oder nach einigem Leiden in seinem soliden alten Bett, sich Gott befahl. Ein Schlag, hieß es dann, eine Lähmung, ein plötzlicher und unvorhergesehener Tod … ja, ja, und er, Friedrich Grabow, hätte sie ihnen vorrechnen können, alle die vielen Male, wo es »nichts auf sich gehabt hatte«, wo er vielleicht nicht einmal gerufen war, wo nur vielleicht nach Tische, wenn man ins Kontor zurückgekehrt war, ein kleiner, merkwürdiger Schwindel sich gemeldet hatte … Nun, Gott befohlen! Er, Friedrich Grabow, war selbst nicht derjenige, der die gefüllten Puter verschmähte.
Dieser panierte Schinken mit Chalottensauce heute war delikat gewesen, zum Teufel, und dann, als man schon schwer atmete, der Plettenpudding – Makronen, Himbeeren und Eierschaum, ja, ja … »Strenge Diät, wie gesagt, – Frau Konsulin? Ein wenig Taube, – ein wenig Franzbrot …«

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~ Mathilda Ferguson

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~ Johann Wolfgang von Goethe

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